Wie Google deine Website sieht
Die alten Tricks kannst du dir sparen: Der Googlebot quält sich längst nicht mehr ausschließlich durch den Quellcode – er sieht, was ein Mensch sieht. Mit allem dran: HTML, CSS, JS.
Erinnerst du dich noch an die SEO-Tipps von vor zehn Jahren? „Pack die Keywords in den Footer“, „Versteck Text in der gleichen Farbe wie der Hintergrund“ oder „Google kann kein JavaScript lesen“. Wer heute noch so optimiert, arbeitet nicht nur am Ziel vorbei, sondern riskiert aktiv seine Rankings.
Heute nutzt Google den sogenannten Web Rendering Service (WRS). Das ist im Grunde ein Chrome-Browser, der deine Seite komplett lädt, ausführt und rendert, bevor er sie bewertet.
Der Mythos vom blinden Text-Bot
Früher war der Googlebot wie ein Kurzsichtiger ohne Brille: Er hat nur den nackten HTML-Code (den DOM) überflogen. Alles, was per CSS schick gemacht oder per JavaScript nachgeladen wurde, blieb für ihn unsichtbar.
Heute ist der Googlebot ein "Evergreen Chromium". Das bedeutet: Er sieht deine Website fast exakt so, wie deine Besucher sie auf ihrem Smartphone oder Desktop sehen. Er interpretiert Layouts, versteht Abstände und erkennt sogar, ob ein Button gut klickbar ist - oder ob ein störendes Pop-up den Inhalt verdeckt.
Warum CSS und JS jetzt "mission-critical" für SEO sind
Früher haben Webentwickler die robots.txt genutzt, um Module, Templates, CSS- und JS-Ordner zu sperren, um "Crawl-Budget" zu sparen. Tu das niemals! Wenn Google keinen Zugriff auf dein CSS hat, sieht die Seite für den Bot aus wie ein kaputtes Word-Dokument aus den 90ern.
- Layout-Verständnis: Ohne CSS weiß Google nicht, was „Above the Fold“ (im sichtbaren Bereich) ist und was im Footer verschwindet.
- Mobile Friendliness: Google bewertet die Nutzererfahrung. Wenn das CSS fehlt, ist deine Seite laut Google nicht mobiloptimiert – und zack, sinken die Rankings.
- Core Web Vitals: Die Performance-Metriken (LCP, CLS, INP) werden direkt beim Rendering gemessen. Wenn dein JavaScript das Layout nachträglich verschiebt (Layout Shift), merkt Google das sofort.
Die zwei Phasen der Indexierung
Man muss verstehen, dass Google heute zweistufig arbeitet. Das ist besonders wichtig, wenn du mit dynamischen Inhalten arbeitest:
- Erster Durchgang (Crawl): Der Bot lädt das reine HTML. Das geht schnell. Wenn du eine klassische PHP-Seite hast, ist hier schon fast alles erledigt, da der Server fertiges HTML ausliefert.
- Zweiter Durchgang (Rendering): Sobald Ressourcen frei sind, rendert Google die Seite komplett inklusive JavaScript. Das kann Stunden oder Tage dauern.
- Das Problem: Wer auf reine Client-Side-Frameworks (wie ein nacktes React oder Vue ohne Server-Side-Rendering) setzt, riskiert, dass Google im ersten Durchgang nur eine leere Seite sieht. Mit WBCE bist du hier im Vorteil, weil das CMS "SEO-ready" Content direkt vom Server schickt.
Schluss mit den Mythen: Was wirklich zählt
Du musst nicht raten. Nutze das URL-Prüfungstool in der Search Console. Klicke auf "Live-URL testen" und dann auf „Gerendertes Google-Ergebnis anzeigen“. Wenn das Vorschaubild dort aussieht wie deine Website im Browser, hast du alles richtig gemacht. Wenn dort nur weißer Platz oder Textwüsten sind, hast du ein Problem mit dem Rendering.
Fazit: Design ist SEO
Als Webdesigner oder Inhaber einer Seite musst du verstehen: Google ist heute dein kritischster Besucher. Er ist kein hölzerner Bot mehr, sondern ein Ästhet mit Stoppuhr. Wenn deine Seite für einen Menschen gut funktioniert, schnell lädt und sauber aussieht, wird Google das honorieren.

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